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„Waiting for Qatar“



Gregor Schmidt


Vernissage:
18.11.2022 ab 18:00


Ausstellung:
18.11. - 27.11.2022


Finissage:
27.11.2022 ab 16:00


Artist Talk:

18.11.2022 ab 18:30









Waiting for Qatar (2014 - 2019)

Ein analytischer Blick auf die von Sandpartikeln verklärte Ferne lässt erahnen, was sich hinter einem für viele unbekannten Land verbirgt. Da stehen Formationen von Neubauten in gleißendem Sonnenlicht. Fahrspuren soeben fertig gestellter Autobahnen versinken im Wüstensand. Machthaber präsentieren ihre Statussymbole, Impressionen aus dem Golfstaat Katar, einem Land, dass durch die Gründung des TV Nachrichtensenders Al-Jazeera (1996), die korruptionsbeladene Vergabe der Fußball WM 2022 und seine vermeintliche Nähe zu radikalen islamischen Gruppierungen (Taliban, IS) die Schlagzeilen beherrscht.

Der Fotograf Gregor Schmidt wollte dieses Land für sich entdecken, eine Bestandsaufnahme schaffen für künftige Erweiterungen des Themas. Sein Ausgangspunkt war es, die Vision des Emirs von Katar in ihren Ausprägungen vor Ort zu beleuchten: der Aufbau eines demokratischen Staates, einer Wissensgesellschaft und einer nachhaltigen Wirtschaft. Mit analytischem Blick ist Schmidt mehrfach für jeweils ein paar Wochen nach Katar gereist. Sein erster Eindruck war der einer übersteigerten

Realität, in der seiner Wahrnehmung nach „alles groß und teuer“ wirkt. Schmidt dokumentiert dies in klaren Perspektiven, großen Distanzen und in dem ortstypischen gleißenden Licht. Seine Serie zeigt die Transformation eines Staates, in dem das unfertige ausschließlich in eine Richtung zeigt: nach vorne.





Bis 2030 will Katar – ein autokratischer Staat, der von einer Familie beherrscht wird – zum Vorzeigestaat in der arabischen Welt werden. Der Golfstaat mit gerade mal rund 300 000 Einheimischen und ca. 1.8 Millionen „Wanderarbeitern“ will nach oben, sich wiederfinden im Spiegel internationalen Handelns. Ist das Ziel auf Sand gebaut?

Vor drei Jahrzehnten dominierte in dem Wüstenstaat noch die Nomadenkultur, die Existenz in Wander-bewegung wurde seither vom Streben nach Sesshaftigkeit abgelöst. Gebäude sind hier mehr noch als anderswo Ausdruck ökonomischen Erfolgs, der dort herrschende Bauboom manifestiert die lokale Wirtschaftsmacht, ein oft weithin sichtbares Exempel eines aufstrebenden Landes. Binnen nur einer Generation ist es Katar gelungen, gegenüber dem Kapitalismus aufzuholen – und mit ihm Schritt zu halten. Der rasante Fortschritt hat seinen Preis. Er wird auf dem Rücken indischer und bengalischer Niedrigstlöhner gezahlt.

Schmidt hat sich in seiner visuellen Untersuchung auf das Thema „Machtausübung“ und dass dadurch entstehende Gefühl der Unbehaglichkeit konzentriert. In überstrahlten Bildern, die bewusst in dem harten Sonnenlicht zwischen 10 und 16 Uhr entstanden sind, zeigt Schmidt Katar als Gegenentwurf zu einem Sehnsuchtsort, in dem kulturelle Traditionen ökonomischen Prinzipien gewichen sind. Nicht die Wüste als zentrales Moment hat ihn dabei interessiert, sondern das, was der Mensch dort hineinbaut – absurd, wie nicht nur er findet. Obwohl der Mensch der Ödnis seine Aktionsfläche mühsam abtrotzt, dominiert die Wüste das Leben in Katar; sie ist allgegenwärtig, auch beim Fotografieren.








Das Fotografieren in Golfstaaten wird durch massive Sicherheitsauflagen erschwert – ohne Genehmigung kein Bild. Groß ist die Gefahr, sofort festgenommen zu werden. Weil touristisches Fotografieren erlaubt ist, hat sich Schmidt vor Ort der fotografischen Gesellschaft angeschlossen, um im Ernstfall ein Alibi vorweisen zu können. Bei seinen Erkundungen lag der Fokus nicht allein vor der Kamera, was seinen Blickwinkel stark beeinflusst hat: Erst beim Gefühl der eigenen Sicherheit drückte er auf den Auslöser. Die Aufnahmen transportieren die ihm eigene Ruhe, der Sicherheitsabstand lässt sich auch als Stilelement einordnen.

Mit seinen Beobachtungen aus der Ferne entwirft Schmidt einerseits befremdlich wirkende Szenarien, andererseits greift er so das Raumempfinden und die Verlorenheit angesichts der unendlichen Weite der Wüste auf. Gregor Schmidt produziert mit seiner Serie keinen Bilderrausch. Er entwirft stattdessen mittels Abstraktion und einer reduzierten Ästhetik einen wohl durchdachten Zyklus, der seine persönlichen Aufzeichnungen aus dem futuristisch anmutenden Land zu einem subjektiven Eindruck komprimiert, jedoch genug Raum für Objektivität lässt. Es dreht sich bei einem solchen Bild nicht darum, wie etwas war, sondern wie es der Fotograf sieht. Damit stellt sich Schmidt in die recht neu gegründete Strömung eines künstlerisch angereicherten Dokumentarismus, dem unter anderem auch der Fotograf Henrik Spohler – Schmidts Professor –  zuzuordnen ist.

Ganz im Selbstverständnis der Kunst illustrieren die Bilder keine Fakten, sondern werfen Fragen auf. Was erwartet ein Land, dass sich auf dem Weg in die Zukunft gemacht hat? Und was bleibt von der traditionellen Zivilisation außer dem hellen Schein auf einem futuristischen Entwurf?

Text von Carla Erdmann  













„10 Years - 3 fotografische Positionen“



Sonja Riemann 
Dennis Yenmez 
Benjamin Zibner



Vernissage:
22.09.2022 ab 17:30


Ausstellung:
23.09. - 13.09.2022


Finissage:
13.05.2022 ab 17:30


 Artist Talk:

13.05.2022 ab 18:30













(23) Portraits
Julia Sellmann
2016 – 2021



Ausstellung:
03.04. - 04.05.2022







„Ich hatte mich dafür entschieden, meinen Lebensunterhalt mit dem Fotografieren
von was auch immer zu verdienen und meine Profession nicht als edle Kunst zu betrachten. Ich war durchaus bereit, dieses unschätzbare Talent, das Gott mir mitgegeben hatte, zu prostituieren, um davon leben zu können.“
Helmut Newton


Die Arbeit „(23) Portraits“ von Julia Sellmann zeigt in Auftragssituation entstandene Portraits aus den Jahren 2016-2021. Die 23 ausgewählten Bilder von Künstler:innen, Musiker:innen, Politiker:innen und anderen Persönlichkeiten sind ein Auszug aus ihrem Archiv und während der ersten fünf Jahre ihrer fotografischen Tätigkeit am deutschen und amerikanischen Magazinmarkt entstanden.
Die Fotos bewegen sich im Interessenkonflikt zwischen journalistischer Informationsvermittlung und eigenen Ansprüchen an gestalterisch anspruchsvolle Portraitfotografie.
Auf einer weiteren Ebene in ihrer Arbeit betrachtet sie die Portraitfotografie im Spannungsfeld zwischen Autorschaft und Auftrag. Dabei ist der Widerspruch zwischen künstlerischer Selbstverwirklichung und Erwerbsarbeit so alt wie das fotografische Portrait selbst.
In der Galerie zeigen wir eine Auswahl von 13 gerahmten Exponaten und das zur Arbeit begleitend entstandene Buch mit der Gesamtanzahl der 23 Portraitfotografien.

The work "(23) Portraits" by Julia Sellmann shows commissioned portraits from the years 2016-2021. The 23 selected images of artists, musicians, politicians and other personalities are an excerpt from her archive and were taken during the first five years of her photographic work on the German and American magazine market.
The photos are situated in the conflict of interests between journalistic information transfer and her own demands for sophisticated portrait photography.
On another level in her work, she considers portrait photography in the field of tension between authorship and commission. The contradiction between artistic self-realization and gainful employment is as old as the photographic portrait itself. In the gallery we show a selection of 13 framed exhibits and the book accompanying the work with the total number of 23 portrait photographs.







Hanna Becker
- The “New” Game -


Ausstellung:
22.07 - 27.08.21














The „New“ Game
›Die Welt ist eine Bühne, die der Mensch bespielt. Verschiedene Akte, verschiedene Fassungen, ein Stück. Wer die Absurdität erfassen will, muss die Welt in Stücke zerteilen. Denn nur wer es schafft, die Komplexität des täglich Erlebten neu zu betrachten, kann aus einer Tragödie eine Komödie kreieren.‹
(Martin Esslin, Das Theater des Absurden)
„The Game" befasst sich mit der Bühne des Lebens. Anhand von sechs Spannungsfeldern (Schöpfung, paradiesischer Zustand, Selbstzweifel, Zuneigung, Konservierung und Vergänglichkeit), die im Lebenjedes Menschen eine Rolle spielen, dokumentiert Hanna Becker die Absurdität des gesellschaftlichen Seins, die Fantasien und die teils grotesken Bestrebungen der Menschen. The „New“ Game umfasst die Weiterentwicklung und Ergänzung der Arbeit „The Game".

The "New" GameThe world is a stage that human being plays on. Different acts, different versions, one play. If you want to grasp the absurdity, you have to break the world into pieces. For only those who manage to take a fresh look at the complexity of what we experience every day, can create a comedy out of a tragedy.'
(Martin Esslin, The Theatre of the Absurd)
"The Game" deals with the stage of life. Using six areas of tension (creation, paradisiacal state, self-doubt, affection, preservation and transience), which play a role in the life of every, Hanna Becker documents the absurdity of social existence,  the fantasies and the sometimes grotesque aspirations of people.


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